Klavier Spielen Vor Publikum Tipps

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Vor einem Publikum Klavier zu spielen und für das Können auf einer großen Bühne (sei es auch „nur“ der weihnachtliche Anlass im Kreise der Familie) Anerkennung gezollt zu bekommen, das wünschen sich viele. Wäre da nicht dieses verflixte Lampenfieber.

Wer kennt sie nicht, diese Angst, etwas falsch zu machen. Statt das eingeübte Stück einfach entspannt und selbstbewusst vorzuspielen, beginnt der eigene Puls langsam zu rasen, die Hände werden allmählich immer feuchter und es ist dann oft nur noch eine Frage der Zeit, wann der erste Patzer passiert und es wahrscheinlich peinlich werden wird.

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Klavier Auftritte vor Publikum

Ist es eher Erfolgsdruck, Versagensangst oder ein unerklärlicher Vorführeffekt? Die plötzlich und scheinbar unerklärliche Nervosität kann einem die Freude am Auftritt gründlich verderben. Das muss nicht sein. Wir haben das Phänomen „Lampenfieber“ genauer unter die Lupe genommen und geben Ihnen hier einige Tipps, wie das Klavierspielen vor Publikum ein voller Erfolg wird.

Woher kommt die Auftrittsangst & was bewirkt das Publikum?

Lampenfieber lässt sich gut mit dem Ausdruck „Gestaltungsangst“ auf einen Punkt bringen. Diese innere Anspannung und Angst entsteht durch das Gefühl, bei einer öffentlichen Aufführung, einer Prüfung oder einer gefährlichen Aufgabe zu versagen. Und diese hemmt uns, die Dinge, die wir eigentlich total gerne tun – wie beispielsweise Klavier spielen – entspannt über die Bühne zu bringen.

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Der Fall ist klar: „das Publikum hat Schuld“

Wir fühlen uns schließlich befangen, spüren Nervosität und Stress und sind dadurch beeinträchtigt. Fakt ist, etwas Aufregung vor einem Auftritt kann durchaus leistungssteigernd sein. Wenn jedoch diese Angst vor einer potenziell negativen Publikumsreaktion die Qualität der eigenen Leistung wirklich mildert, sollte etwas dagegen unternommen werden. Unser erster Hinweis ist folgender:

Das Publikum besteht wahrscheinlich zu 95% oder mehr aus Nicht-Experten und Menschen, die das Klavierspiel nicht mal ansatzweise so gut können wie Sie.

Wenn Sie sich diesen Umstand ins Bewusstsein rufen, dürfte das Stressniveau bereits etwas absinken. Man kann aber noch mehr tun, um sich zu „beruhigen“. Grundsätzlich ist es am besten, sich aus eigener Kraft zu helfen, anstatt zu Alkohol oder Beruhigungsmitteln zu greifen. Dies ist problematisch, denn zu der missbräuchlichen Anwendung kommt die Tatsache, dass dies nur den Anschein von Beruhigung gibt. Stattdessen steigt mit jedem Gläschen auch die Fehlerquote.

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Bewegung vor dem Publikum hilft

Bewegung auf der Bühne (dezente Gesten, Lächeln im Gesicht, ungezwungener Smalltalk) ist zum Beispiel ein sehr gutes Mittel, um den Adrenalin-Ausstoß „abarbeiten“ zu können. Wer die mit der Anspannung einhergehende Veränderung positiv wahrnimmt, der kann sie förderlich akzeptieren. Schauen wir uns die verschiedenen Techniken zum Umgang mit Lampenfieber weiter an…

Die völlige Entspannung am Klavier

Es gibt vor allem selbstreflexive Ansätze, mentale Techniken sowie körperorientierte Ansätze wie Atem- und Entspannungsübungen, die allesamt gut gegen Lampenfieber helfen können. Jeder muss dabei für sich herausfinden, welche Rituale guttun. Auch und vielleicht gerade Meditation, Pilates oder Auto-Hypnose können tatsächlich eine gute Idee sein. Schauen Sie in die Angebote Ihrer Stadt und vereinbaren Sie einfach eine Probestunde. Derartige Techniken vermögen sogar den Rhythmus beim Klavierspielen zu verbessern. Vorteil: Die einmal erlernten Übungen lassen sich anschließend in den eigenen Alltag integrieren und immer wieder abrufen.

Die Alexander-Technik

Als besonders beliebte Methode sei die Alexander-Technik im Folgenden kurz vorgestellt. Diese zielt darauf ab, Gewohnheiten und körperliche Fehlhaltungen zu erkennen und auch zu ändern. Dadurch wird Verspannungen, Schmerzen oder Funktionseinschränkungen entgegengewirkt. Beispielsweise die Beziehung zwischen Kopf, Hals, Nacken und Rumpf hat in dieser Technik eine äußerst zentrale Bedeutung.

Hier einige Anregungen dieser Methode für das entspannte Sitzen:

Vorteilhaft an dieser Methode ist, dass es tatsächlich keine speziellen Übungen gibt, die erst erlernt werden müssen. Es wird stets auf alltägliche Bewegungen (Gehen, Sitzen oder Bücken) geschaut und diese verbessert. Schließlich ist Routine eines der besten Mittel gegen Lampenfieber. Das heißt für Sie: so oft wie möglich die Klavier-Stücke auch einem kleinen Publikum vorspielen oder sich während der Performance mit einer Kamera selbst aufnehmen.

Klavierstücke auswendig lernen

Wer sich einmal ein Konzert von einem großen Pianisten oder einer großen Pianistin angesehen hat, der wird gesehen haben, dass sie alle ihre Stücke immer auswendig spielen – und dies mit einem guten Grund: nur sehr wenige Menschen können dermaßen gut direkt von einem Notenblatt spielen und alle Noten lesen, dass es sinnvoll wäre, dies in einer angespannten Auftrittssituation zu tun.

Fakt ist, die Wahrscheinlichkeit, sich an einer etwas schwierigeren Stelle doch zu verspielen, steigt enorm, wenn man diese Stelle doch nicht auswendig spielen kann.

Denn erst wenn man ein Stück auswendig beherrscht, ist es wirklich krisensicher geübt und gelernt worden. Verständlich aber kontraproduktiv: viele wollen ein Stück nicht gleich am Anfang auswendig lernen. Dabei lernt sich ein Stück am Ende oft wesentlich langsamer auswendig, weil man immer wieder auf die Noten „als Gedankenstütze“ zurückgreift. Es sollte daher selbstverständlich sein, die Stücke von Anfang an auswendig spielen zu wollen und somit dem Lampenfieber vor Publikum weniger Chancen zu lassen.